Jesidische Kommission trifft im Irak ein

Im April beschlossen Jesiden im Rahmen einer Konferenz in Berlin eine Welt-Jesiden-Konferenz abzuhalten. Um diese vorzubereiten und sicherzustellen, dass die diversen jesidischen Gruppen und Parteien teilnehmen, wurde eine Vorbereitungskommission gegründet. Den Vorsitz dieser Kommission hat der Politiker Ali Atalan inne. Atalan ist Politiker der LINKEN und der kurdischen HDP in der Türkei. Unter ihm reiste ein Teil der Kommission Ende Juli 2017 in den Irak, wo sie unter anderem den Hohen Rat der jesidischen Geistlichen und Scheich Schamo traf.

Darlegung der Ziele

Die Delegation erklärte zuerst dem Hohen Rat seine Vorhaben. Wichtig war dabei die Klarstellung, dass man keine Konkurrenz zu einer bereits bestehenden Gruppe oder dem Rat selbst sein möchte. Ziel der Kommission sei vielmehr die Zusammenkunft aller Jesiden. Der Hohe Rat begrüßte dies und äußerte seinen Willen die geplante Welt-Konferenz im Irak abzuhalten.

Danach stand ein Treffen mit Scheich Schamo auf dem Programm. Schamo ist der umstrittene jesidische Abgeordnete im kurdischen Parlament. Die Kritiker innerhalb seiner Glaubensgenossen werfen ihm vor korrupt und eine Marionette der kurdischen Autonomieregierung zu sein. Dennoch ist er eine wichtige jesidische Führungsfigur.

Ziel des Treffens war es, der Vorbereitungskommission die Möglichkeit zu geben, über ihr Programm zu reden. Atalan und seine Kollegen stellten ihre Pläne zu weiteren Treffen mit verschiedenen jesidischen Strömungen vor. Am Ende sollen schließlich Vertreter aus den irakischen Gebieten und sämtlichen Diaspora-Gemeinden an der Welt-Konferenz teilnehmen.

Scheich Schamos Vorschläge

Scheich Schamo lobte diese Bemühungen. Durch die Trennung der Jesiden in viele Länder, im Speziellen nannte er den Irak, Syrien und die Türkei, sei es schwierig, alle an einen Tisch zu bewegen. Umso mehr, wenn sich nicht einmal die Führungsfiguren zum gemeinsamen Gespräch durchringen können. Im Irak gibt es deshalb einen Entwurf zur Bildung eines Jesiden-Rats für alle irakische Jesiden.

Antreiber dieses Projekts ist der Hohe Rat der jesidischen Geistlichen. Scheich Schamo schlug der Kommission vor, je einen Rat auch für Syrien, die Türkei und die ehemaligen Staaten der Sowjetunion zu gründen. Wenn sich diese Räte bewähren, dann könnte man in Rücksprache mit dem weltlichen Oberhaupt der Jesiden, Mir Tahsin Beg, und dem Hohen Rat der jesidischen Geistlichen regelmäßige Treffen mit den Vorsitzenden der Räte abhalten.

Welche Vorschläge die Delegation annahm, wurde aus keinem Bericht ersichtlich.

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