Massendemonstrationen in Sana’a

Am 17. August haben die Huthis der jemenitischen Regierung ein Ultimatum gestellt: sind ihre Forderungen bis zum 22. August nicht erfüllt, würden sie ‚Maßnahmen‘ ergreifen müssen. Zuvor hatte die Gruppe um Abdelmalik al-Huthi den jemenitischen Präsidenten Hadi aufgefordert, im Juli zurückgenommene Subventionen von Öl wieder einzusetzen und die jetzige Regierung aufzulösen.

Bis zum Juli diesen Jahres hatte die Regierung Öl- und Gaspreise subventioniert, um das Preisniveau vor der Revolution 2011 nicht zu überschreiten. Die Hälfte der armen jemenitischen Bevölkerung litt darunter, Bauern konnten sich teilweise keinen Sprit für ihre Traktoren leisten. Deswegen fand der Aufruf der Huthis Gehör bei vielen Jemeniten, auch wenn sich ein Teil von den Huthis an sich distanzierte.

Huthi-Demonstration in Sana'a

Huthi-Demonstration in Sana’a

Letzte Woche bauten die Huthis Camps um die Hauptstadt Sana’a auf. Man werde auch nicht wieder gehen, ohne dass die Forderungen erfüllt sind – das machten einige Anhänger umgehend klar. Mittlerweile gibt es massive Proteste seitens der Huthis in Sana’a, an denen Zehntausende Menschen teilnehmen. Auf der anderen Seite rief Präsident Hadi die Menschen auf, gegen die Gefahr zu demonstrieren, die seiner Ansicht nach von den Huthis ausgeht. Auch hier folgten riesige Menschenmengen dem Aufruf. Manche hielten Plakate von General al-Qushaybi, für dessen im Juli Tod viele die Huthis verantwortlich machen.

Huthi-Gegner

Demonstration gegen Huthis

Al-Qushaybi

Demonstranten mit Plakat von General al-Qushaybi

Jemen steht mal wieder vor einer fragilen Zukunft. Am Sonntag wurde bekanntgegeben, dass die Gespräche zwischen Regierung und Huthis keinen Erfolg hatten. Und das, obwohl sich beide Seiten kurz zuvor scheinbar darauf geeinigt hätten, eine Regierung von Technokraten zu schaffen. Ein großes Problem, das man auf jeden Fall lösen muss, ist die gravierende Korruption im Jemen. Auch das war und ist immer wieder eine Forderung der Huthis.

Die Sorge vor Kämpfen in Sana’a steigt mit jedem Tag. Die jemenitische Armee wurde bereits in Alarmbereitschaft versetzt. Viele Offizielle gehen davon aus, dass die Huthis es auf eine Konfrontation ankommen lassen, da sie jegliches Entgegenkommen der Regierung ablehnen. Auf der anderen Seite verneinen die Huthis laut der Journalistin Iona Craig eine solche Absicht und betonen ausschließlich friedliche Absichten zu haben.

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